Boas, in rotem Mantel und breitem Hut, ist auf dem Weg stehen geblieben und spricht die Fremde an. Ruth steht mit gesenktem Blick vor ihm, die gelesenen Ähren im Arm. Hinter ihr bücken sich die Schnitter über ihre Arbeit.
Schnorr von Carolsfeld gehörte zu den Nazarenern, den deutschen Malern in Rom, die die religiöse Kunst aus Raffael und Dürer erneuern wollten. Dieses Bild malte er 1828, bald nach seiner Rückkehr aus Italien. Drei Jahrzehnte später erschien seine „Bibel in Bildern“, 240 Holzschnitte, die in unzähligen deutschen Haushalten hingen.